Info zu Jan Bechberger: Kaiserslautern Royal 13.09.-19.9.2014 im Freiraum 1.0

Kaiserslautern Royal

Kaiserslautern Royal – Fotografische Arbeit von Jan Bechberger
In meinem Projekt KAISERSLAUTERN ROYAL untersuche ich am Beispiel meiner Geburtsstadt den aktuellen Zustand westdeutscher Mittel- und kleiner Großstädte. Leitende Fragen sind dabei: Inwieweit hat sich das Stadtbild ehemals recht prosperierender Kommunen mittlerweile gewandelt? Ist die vielerorts exorbitant hohe Verschuldung der Städte auch im urbanen Umfeld erkennbar? Ist der Ort meiner Kindheit und Jugend noch ein Ort, an dem ich auch heute noch leben wollen würde?

Dabei ist es mir wichtig, Bilder zu präsentieren, die bespielhaft sein sollen und die auch an anderen Orten entstanden sein könnten. So spare ich bewusst typische Wiederkennungsmerkmale aus, im Fall von Kaiserslautern etwa das Rathaus oder unser bekanntes Fußballstadion. Darüber hinaus nutze ich einen dokumentarischen Stil und arbeite mit vermeintlich gewöhnlichen Ansichten aus dem urbanen Raum Kaiserslauterns.

Meine Serie entstand während zahlreicher Streifzüge durch zentrale Innenstadtbereiche und diverse Wohngebiete Kaiserslauterns im Frühjahr 2013. Die Fotoreihe bildet den Auftakt zu weiteren Serien über Städte ähnlichen Charakters.

Die einzelnen Bilder der Reihe habe ich mit Bedacht und viel Geduld komponiert, sie sind menschenleer und zeigen subtile Zeichen des Verfalls. Auch das Licht und die Witterung sind mir stets wichtig und ich versuchte dabei stets so etwas wie das unter Fotografen bekannte „Becher-Licht“ zu nutzen, also nur bei bedecktem Himmel zu fotografieren. Ich wollte keine strengen Schatten oder übertriebenen Kontraste, eher suchte ich eine Art „neutrales“ Licht.

Je nach Quelle rangiert Kaiserslautern derzeit unter der Top-Drei der am höchsten verschuldeten Städte in ganz Deutschland, zusammen mit Oberhausen und Pirmasens. Ohne näher auf die vielschichtigen Gründe und Ursachen eingehen zu wollen, so ist der schlechte Zustand Kaiserslauterns meiner Meinung nach deutlich und ohne lange danach suchen zu müssen sichtbar: leer stehende Läden, Büros und auch Wohnungen, Ramschläden und Ein-Euro-Kaufhäuser. Auch in zentralen Wohngebieten sieht es eher traurig aus und wer genau hinschaut, der kann ihn sehen, den schleichenden Verfall und den verblassten Glanz längst vergangener fetterer Jahre.

Hinzu kommt aktuell der Bau einer komplett überdimensionierten Einkaufs-Mall mitten in der Stadt. Anders als der zukünftige Betreiber der Mall sind sich Experten einig, dass ein solches Einkaufszentrum weiteren Leerstand von Geschäfts- und Gewerbeflächen nach sich ziehen und somit zu einer weiteren Verödung der Innenstadt beitragen wird.

Letztendlich möchte ich mit meiner Fotoserie neben den inhaltlichen Aspekten auch eine Atmosphäre transportieren. Wer sich darauf einlässt, der kann vielleicht die Tristesse der Orte spüren.

Das Projekt war die Abschlussarbeit meines Fotografie-Studiums an der Neuen Schule für Fotografie Berlin und war dort im Rahmen der Abschlussausstellung 2Φ3 der Klasse Marc Volk vom 25.10. bis 1.12.2013 zu sehen.

Desweiteren gab es eine Veröffentlichung im Online-Fotomagazin „kwerfeldein“ (24.02.2014) und ich nahm mit der Fotoserie an einer Gruppenausstellung an den Tagen der offenen Ateliers der Landkreisen Oder-Spree und Märkisch Oderland im Mai 2014 teil.

Vorab kann man sich schon einmal auf der Homepage von Jan Bechberger unter informieren.

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